Korner vs. Salihović, OSZE-BuH vs. Staatsanwaltschaft-BuH

 

Die Analyse der Richterin Joanna Korner betreffend die Arbeit der Staatsanwaltschaft von BuH zur Verfolgung von Kriegsverbrechen wurde im Auftrag der OSZE-Mission in BuH vorbereitet und zeichnet sich durch ein hohes Maß an analytischer Neutralität aus. Jeder Standpunkt wird durch konkrete Daten und Dokumente mit einer Liste von konkreten Empfehlungen zum Abschluss unterstützt. Offensichtliche Mängel in der Arbeit der Anklagebehörde sind klar formuliert und mit bestimmten Namen versehen (Salihović, Tadić, Pleh). Die Analyse dokumentiert die Inkompetenz junger Staatsanwälte und zeigt die statistische Verschönerung von Arbeitsergebnissen, sowie eine Reihe von organisatorischen und verwaltungstechnischen Mängeln des Chefanklägers auf, die wiederum auf den Mangel an Fachkompetenz hinweisen. Hinter Zahlen und Fakten aber steht die Botschaft, dass die Führung der Strafverfolgungsbehörde inkompetent, selbstverliebt und autoritär ist, und dass mit der administrativen Arroganz Inkompetenz versteckt werden soll.

Die Reaktionen der Staatsanwaltschaft folgten ohne irgendein valides Gegenargument, in erster Linie als eine Reihe von Etiketten auf Kosten der OSZE. Die Analyse wurde als Anschlag auf das Justizwesen von BuH proklamiert, der Leiter der OSZE-Mission BuH Moore wurde der Revanche beschuldigt, der Hohe Justizrat wurde indirekt beschuldigt, die Gesetze von BuH nicht zu kennen, weil er den Zugang zu Materialien genehmigt hatte und erneut wurde die Anzahl der bearbeiteten Fälle hervorgehoben, also jenes statistische Argument, das in der Analyse kritisiert und in Frage gestellt wurde. Die Staatsanwaltschaft bestätigte damit ihren Ehrgeiz, sich über Tatsachen zu äußern, für die sie nicht über die entsprechende Kompetenz verfügt, zum Beispiel über die Zuständigkeiten von BuH, die Ausgaben der OSZE, das Fachwissen der Autorin der Analyse, die Höhe der von der OSZE ausgezahlten Honorare, oder im Allgemeinen über den Inhalt und die Objektivität der Analysen. Die Staatsanwaltschaft bedient sich der Medien wie ein Polygon, in dem es am einfachsten ist, den Gegenstand des Rechtsstreits umzudrehen. Aber die pauschalen Antworten und Etiketten kommen nicht zur richtigen Zeit, weil derzeit in den Medien die Erfolglosigkeit der Staatsanwaltschaft im Fall Pandora thematisiert wird. Die Vorwürfe richten sich an den Chefankläger, der für diesen Fall verantwortlich war und decken sich mit den von Richterin Korner in Zusammenhang mit Kriegsverbrechen zum Ausdruck gebrachten Vorwürfen: Die proklamierte Kompetenz und Effizienz der Staatsanwaltschaft steht in Widerspruch zu konkreten Ergebnissen, spektakuläre Verhaftungen und offensichtliche Straftaten enden ohne Anklagen und Gerichtsverfahren.

Akzeptiert man die Methode der medialen Abrechnung, auf der die Staatsanwaltschaft beharrt, akzeptiert man die Methode der Verwendung von Daten aus Ermittlungs­verfahren gegen jene, welche die Arbeit des Chefanklägers und seiner engsten Mitarbeiter kritisieren. Es ist nicht schwer verständlich, dass man damit – aus der Sicht des Chefanklägers – die sozialen und politischen Prozesse lenken könnte. Daher ist es riskant und äußerst verantwortungslos, einen Juristen ohne einen Tag Erfahrung in der Strafjustiz anzustellen, einen Juristen mit Richterlaufbahn für Verwaltungsübertretungen und fragwürdigen biographischen Details (Salihović) an dieser Stelle zu zu engagieren, genauso wie es nicht ratsam ist, einem Juristen ohne strafrechtliche Praxis und ersichtlichem praktischen Wissen die Institution als Leiter des Kabinetts (Pleh) zu überlassen. Die Arbeit der Staatsanwaltschaft und die Persönlichkeit des Chefanklägers bzw. die Institution der Staatsanwaltschaft und die berufliche und moralische Biographie ihres Chefs sind zu eng miteinander verflochten, sodass die OSZE-Analyse und die Reaktion darauf zurückgehalten werden konnten. Die Analyse der Richterin Korner stellt aus meiner Sicht eine Initiative für schnelle und gründliche Maßnahmen in der Staatsanwaltschaft dar. Von ihr hängt vielmehr ein erfolgreiches und legitimes Strafverfahren ab, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Die Alternative wäre eine Schreckensherrschaft der Staatsanwaltschaft, die persönliche Eitelkeiten befriedigt.

 

Struka vs. nadmenost: Korner vs. Salihović

Analiza sutkinje Joanne Korner, o radu Tužilaštva BiH na predmetima ratnih zločina, pripremljena je po narudžbi Misije OSCE-a u BiH i napisana je visokim stepenom analitičke neutralnosti. Svaki stav je potkrijepljen konkretnim podacima i dokumentima sa listom konkretnih preporuka u zaključku. Jasno su formulirani nedostaci u radu tužilaštva i povezaani su sa konkretnim imenima (Salihović, Tadić, Pleh). Analiza je dokumentirala nekompetentnost mlađih tužilaca, ukazala je na statističko ušminkavanje radnih rezultata i na niz organizaciono-rukovodilačkih nedostataka glavnog tužioca koji, opet, ukazuju i na nedostatak materijalnih kompetencija. Iza faktografije, međutim, stoji poruka da je rukovodstvo tužilaštva nekompetentno, samoljubivo i autoritarno, a da se administrativnom bahatošću prikriva nestručnost.

Reakcije tužilaštva su uslijedile bez ijednog valjanog protivargumenta, prvenstveno kao skup etiketa na račun OSCE-a. Analiza je proglašena udarom na pravosuđe BiH, šef OSCE-Misije BiH Moore je optužen za revanšizam, VSTV je indirektno optuženo da ne poznaje BiH-zakone jer je odobrilo pristup materijalima i ponovo je istaknut broj obrađenih predmeta, dakle, upravo „argument statistike“ koji je u analizi kritikovan i doveden u pitanje. Tužilaštvo je ovim potvrdilo vlastitu ambiciju da se izjašanjava o činjenicama za koje nema potrebne kompetencije, npr. o nadležnostima BiH, o utrošku sredstava OSCE-a, o stručnosti autorke analize, o visini honorara koje isplaćuje OSCE, ili općenito o sadržaju i objektivnosti analiza. Tužilaštvo se, dakle, služi medijskim prostorom kao poligonom na kojem je najjednostavnije zamagliti predmet spora. No, paušalni odgovori i etikete ne dolaze u pravo vrijeme jer se upravo u medijima eksponira neuspjeh tužilaštva u akciji Pandora. Primjedbe idu na adresu glavnog tužioca koji je rukovodio ovom akcijom i podudaraju se sa stavovima koje je u predmetima ratnih zločina iznijela sutkinja Korner: proklamirana stručnost i efikasnost državnog tužiteljstva u suprotnosti je sa konkretnim rezultatima, spektakularna hapšenja i očigledna krivična djela okončavaju bez podizanja optužnica i sudskih procesa.

Prihvati li se metod medijskog obračuna, na kojem tužilaštvo istrajava, pristaće se na metod korištenja istražnih podataka protiv osoba koje kritikuju rad glavnog tužioca i njegovih najbližih saradnika. Nije daleko od pameti da bi se tako, s pozicije glavnog tužioca, moglo upravljati socijalnim i političkim procesima. Zbog toga je rizično i nadasve neodgovorno na ovakv mjesto imenovati pravnika bez dana iskustva u krivičnom sudovanju, pravnika sa profesionalnim curriculumom suca za prekršaje i upitnim biografskim detaljima (Salihović) kao što je sasvim neuputno da se pravnicima bez krivične prakse i vidljivog praktičnog znanja prepusti upravljajnje institucijom sa mjesta šefa kabineta (Pleh). Suvše su usko povezani rad tužilaštva i ličnosti glavnog tužioca, odnosno institucija tužilaštva sa profesionalnom i moralnom biografija njenog šefa, da bi se prešutila OSCE-analiza i reakcija na nju. Analiza sutkinje Korner predstavlja, prema mome mišljenju, inicijativu za brzu i temeljitu akciju u tužilaštvi BiH. Od nje mnogo više zavisi uspješan i zakonit krivični postupak nego što se na prvi pogled vidi. Alternativa može biti strahovlada tužilaštva kojom se zadovoljavaju lične sujete.

 

Religiöse Symbole in Gebäuden der bosnisch-herzegowinischen Gerichte

Nur wenige Beschlüße aus der jüngsten Rechtsgeschichte von BiH haben so viele Reaktionen verursacht wie der Beschluss des Hohen Justizrates (VSTV), religiöse Symbole in Gebäuden der bosnisch-herzegowinischen Gerichte zu verbieten. Der Grund dafür ist banal und die Reaktion unverständlich: ein unabhängiges BiH-Organ hat innerhalb seiner gesetzlichen Zuständigkeit an die gesetzliche Verpflichtung erinnert, dass Gerichtsgebäude frei von religiösen, ethnischen und politischen Symbolen zu sein haben. Es folgten Vorwürfe der Diskriminierung und der Verletzung religiöser Rechte von Muslim/innen. Die dargelegten Argumente standen in keinem besonderen Zusammenhang mit der rechtlichen Perspektive des Problems und deshalb wurden starke und eindeutige Reaktionen von Juristen erwartet. Was folgte, waren aber nur defensive Aussagen der Mitglieder des Hohen Justizrates und vereinzelte juristische Zeitungskommentare. Aus diesem Grund kann man auch nicht die rechtlichen Argumente formulieren, die mögliche Einschränkungen der Religionsfreiheit oder mittelbare Diskriminierungen rechtfertigen würden.

In jedem Fall können die gesetzlichen Bestimmungen über das Verbot des Hervorhebens religiöser Symbole ohne Schwierigkeiten mit der Notwendigkeit der Erhaltung von Ruhe und Ordnung am Gericht, mit der Forderung der Säkularität und Neutralität der staatlichen Gerichte, sowie mit der suggestiven Kraft religiöser Symbole, die in einer pluralistischen Gesellschaft nicht dem Interessensausgleich zwischen Religionsgemeinschaften und der religiös neutralen Positionierung von Personen dienen, gerechtfertigt werden. Es ist wahr, der Beschluss stammt in den Augen der Parteien vor Gericht aus dem rechtlichen Rahmen, er hat aber ein akzeptables Modell für den Ausgleich der widerstreitenden rechtlichen Positionen festgelegt: des Rechts auf Religionsfreiheit und dem Verlangen, Gerichte vor der Suggestivkraft religiöser Symbole zu schützen. Zu einer Verletzung von Menschenrechten kann es nur mit einer rechtskräftigen Gerichtsentscheidung kommen, die das Tragen von konkreten Symbolen verbietet bzw. Disziplinarmaßnahmen oder Entlassungen bestätigt, aber nicht durch den Beschluss selbst. Dies bedeutet, dass der Beschluss für sich nicht den Charakter einer endgültigen Entscheidung hat, mit der Menschenrechte verletzt werden, er aber Kriterien formuliert, mit deren Hilfe ein Verfahren zur Verbannung von religiösen Symbolen ausgestaltet ist, in extremen Situationen auch in Bezug auf Parteien vor Gericht. In jedem Einzelfall wird – so fordert es der Beschluss – zu entscheiden sein, welcher rechtlichen Position der Vorrang gegeben wird; der Position der Partei, die ein religiöses Symbol trägt oder der Position des Gerichts, das religiöse Neutralität als Ausdruck der Säkularität verlangt.

Es wird schwierig sein, sich eine Situation vorzustellen, in der das Verbot des Tragens religiöser Symbole unter die Verletzung der Menschenrechte subsumiert werden könnte. Der rechtliche Aspekt beinhaltet nämlich nicht das religiöse Verständnis oder die religiöse Position des obligatorischen Kopftuchs oder anderer Merkmale, welche die breite Öffentlichkeit als religiöses Symbol ansieht. Juristisch ist es wichtig zu bestimmen, ob ein Merkmal objektiv den symbolischen Wert der Religion verkörpert und ob die breite Öffentlichkeit darin eine religiöse Haltung, ein religiöses Symbol oder sogar ein religiöses Ritual zu erkennen vermag.

Auch wenn man in manchen Situationen den symbolischen Gehalt bezweifeln und dem Gerichtspersonal das Tragen des Kopftuches erlauben würde, hat die Fatwa des Muftirates über das obligatorische Tragen des Hijab (im Februar 2016) jegliche Zweifel darüber entkräftet. Die Fatwa stellt fest, dass „der Hijab bzw. das Kopftuch, das Musliminnen tragen“ eine religiöse Pflicht sei und das Tragen in den Bereich der Ausübung der Religion fiele, ferner dass der Koran Musliminnen verpflichte, dem Prinzip der Wahrheit und Gerechtigkeit zu folgen, wenn sie urteilen. Mit anderen Worten bringt die Fatwa genau jene Gründe vor, warum das muslimische Kopftuch nicht in den Gerichten stehen sollte: Nach der Beschreibung der Fatwa stellt es nämlich ein Bekenntnis des Glaubens dar und sein Tragen würde jedes Mal den Gerichtssaal in direktester Weise als einen Ort ausnützen, in dem man sich zum Glauben bekennt. Das Tragen eines Kopftuches ist kein Recht, sondern eine Verpflichtung, mit der man in den Gerichten der eigenen Religion entgegenkommen würde. Mitarbeiter, die es tragen, wären der Fatwa zufolge am ehesten dem Koran verpflichtet. So werden in der Fatwa alle jenen Gründe angeführt, die einen säkularen Staat dazu veranlassen sollten, das Tragen des Kopftuchs als Symbol des Glaubens in seinen Gerichten nicht zu erlauben. Die betroffenen Personen müssen vor die Wahl gestellt werden: Abkehr vom religiös motivierten Tragen des Kopftuchs oder Ausscheiden vom Arbeitsplatz im Gericht. Juristische Stimmen könnten eine gewisse Ordnung in die Diskussion bringen, die in der Medienlandschaft von BiH ein typisch rechtliches Problem typischerweise auf das religiöse Problem reduziert und mit jedem neuen Austritt eines Hijab-Anhängers das Motiv und das Konzept des religiös neutralen öffentlichen Dienstes in Frage stellt.

Hidžab u sudskoj zgradi nakon Fetve Vijeća muftija

Malo je „zaključaka“ iz novije pravne historije BiH izazvalo toliko reakcija koliko zaključak VSTV-a o zabrani isticanja vjerskih simbola u zgradama bosanskohercegovačkih sudova. Razlog je banalan i utoliko je reakcija neshvatljivija: jedan samostalan BiH-organ je u okviru zakonom propisanih nadležnosti podsjetio na zakonsku obavezu da se u zgradama sudova ne ističu vjerska, etnička i politička obilježja. Uslijedile su optužbe za diskriminaciju i za kršenje vjerskih prava muslimanki. Iznošeni argumenti nisu imali posebne veze sa pravnom perspektivom problema i zbog toga je bilo za očekivati da će reakcija pravnika biti snažna i jednoznačna. No, ona je uslijedila samo u defanzivnim izjavama članova VSTV-a i pokojem novinskom komentaru pravnika. Zbog toga se ni ne može formulirati skup pravnih argumenata koji opravdavaju eventualno ograničenje prava na vjeroispovijest ili indirektnu diskriminaciju.
U svakom slučaju, zakonske odredbe o zabrani isticanja vjerskih obilježja se bez poteškoća mogu opravdati potrebom održavanja sudskog mira, zahtjevom sekularnosti i neutralnosti državnih sudova kao i sugestivnom snagom vjerskih obilježja koja u pluralnim društvima ne služe uravnoteživanju interesa vjerskih zajednica sa potrebom religijski neutralnog pozicioniranja svake osobe. Istina, zaključak je u pogledu stranaka pred sudom izišao iz zakonskog okvira, ali je uspostavio prihvatljiv model za uravnoteživanje suprostavljenih pravnih pozicija: prava na vjeroispovijest i zahtjeva da se sudski prostor zaštiti od sugestivne snage vjerskih simbola. Do kršenja ljudskih prava može doći tek sa prvosnažnom sudskom odlukom kojom bi se zabranilo nošenje konkrektnog obilježja, odnosno kojm bi se potvrdila neka disciplinska mjera ili otkaz, a ne sa samim zaključkom. To znači da zaključak po sebi nema karakter konačne odluke kojom se krši ljudsko pravo, ali da formulira kriterije pomoću kojih bi se uobličio postupak za isključenje vjerskih simbola, u ekstremnim situacijama i u pogledu stranaka pred sudom. U svakom konkretnom slučaju će se – to zahtijeva zaključak – odlučivati kojoj pravnoj poziciji treba dati prednost, poziciji stranke koja nosi vjersko obilježje ili poziciji suda koji zahtjeva vjersku neutralnost kao izraz sekularnosti.
Teško će biti zamisliti situaciju u kojoj bi se zabrana nošenja vjerskih obilježja mogla podvesti pod kršenje ljudskih prava. Jer, pravni aspekt ne obuhvata vjersko razumijevanje odjevnih predmeta i vjerski stav o obaveznosti nošenja marame ili nekog drugog obilježja koje opšta publika doživljava kao vjerski simbol. Pravno je važno utvrditi da li neko obilježje objektivno otjelotvoruje simoličke vrijednosti religije i da li opšta publika u njima raspoznaje vjerski stav, vjerski simbol ili čak dio vjerskog rituala. Ako se i moglo u nekim situacijama posumnjati u simolički sadržaj i osoblju sudova odobriti nošenje marame, Fetva Vijeća muftija o obaveznosti nošenja hidžaba (februar 2016) otklonila je svaku sumnju. Fetvom je utvrđeno da je „hidžab, odnosno mahrama koju nose muslimanke“ vjerska obaveza, da njeno nošenje spada u domen ispovijedanja vjere, a da Kur’an obavezuje muslimanke da primjenjuju princip istine i pravde kada sude. Drugim riječima, upravo je Fetva iznijela razloge zbog kojih se muslimanska marama ne smije isticati u sudovima: ona, prema opisu iz Fetve, predstavlja ispovijedanje vjere i njeno nošenje bi svaki put prostor suda najdirektnije koristilo kao mjesto u kojme se ispovijeda vjera; nošenje marame nije pravo nego obaveza kojom bi se u sudovima izlazilo u susret vlastitoj religiji; osoblje koje je nosi bi, prema navodima iz Fetve, bilo bi najdirektnije obavezano i Kur’anom. Tako se u samoj Fetvi sureću svi razlozi zbog kojih sekularno ustrojena država u svojim sudovima ne smije dopustiti nošenje marame kao znaka vjere. Pogođene osobe se moraju staviti pred izbor: odustajanje od vjerski motviranog nošenja marame ili od radnog mjesta na sudu. Glas pravnika bi mogao unijeti više reda u diskusiju koja u medijskom prostoru BiH tipično pravni porbelm svodi na tipično vjerski problem, a svakim novim istupom pobornika hidžaba falsificira i sam povod i sam koncept vjerski neutralne državne službe.

Sudjenje pod vjerskim simbolom?

Edin Šarčević  profesor na Pravnom fakultetu u Leipzigu, o reakcijama javnosti na odluku VSTV kaže: “Palo mi je u oči da su na jednoj strani mediji, a na drugoj učesnici u debati, posebno po internet-portalima, sporni zaključak VSTV-a reducirali na zabranu nošenja marame; zabrana pogađa muslimanke. To je netačno razumijevavanje stavova VSTV-a. Debata je, također, pokazala zavidan stepen neinformiranosti o sadržaju, o utemeljenosti i o pravnim dometima ovog zaključka, ali i o ljudskim pravima. Reakcija je u cjelini, prema mom mišljenju, zadobila forme, i tako se mora imenovati, hajke na VSTV. U njoj su učestvovali javni servisi, dnevne novine i niz osoba sa akademskim titulama i sa funkcijama koje podrazumijevaju odgovarajuću informiranost, ako ne pozitivno znanje. Pokazalo je da je najmanje stručnog znanja, čak je i jedna ombuds-žena sa svakom izgovorenom rečenicom u TV-emisiji dokumentirala deficite vlastitog obrazovanja i stručnosti. Iz svega se vidjelo do koje mjere je javni prostor otvoren diletantima i galamdžijama: nepripremljeni novinari, sagovornici s predrasudama i naoštreni vjernici čije frustracije pothranjuje nepravedan politički sistem, odlične su pretpostavke za nezasluženu hajku na VSTV.

Ja sam u reakciji vidio nesposobnost bosanskohercegovačkog društva da se izvan ideoloških obrazaca suoči sa temama iz pravosuđa. Šta je drugo političko zalijetanje u institucionalne nadležnosti VSTV-a, artkuliranjem zahtjeva da VSTV preispita svoj stav, do prirodan nastavak vjerničko-medijske hajke koja kao konačan efekt može imati samo politizaciju i primitivizaciju VSTV? Tamo je ionako bar trećina članova, uključiv i njihovog predsjednika, ispod podnošljivog standarda neutralnosti, profesionalnosti, pa usudio bih se reći i karijerno-političke ovisnosti. Ali, i oni institucionalno uče i napreduju, imaju nove ambicije i civiliziraju svoje stavove protekom mandata, sve dok im se ne pošalju poruke vjernika i prateće nomenklature „stručnjaka“ da se od njih očekuje kršenje zakona koji ih obavezuje.

Kad smo već kod zakona treba odgovoriti na prvi dio pitanja. Najprije bih podsjetio vaše čitaoce, šta je tačan povod: VSTV je na više upita iz pravosudne zajednice o uposlenicima koji nose vjerska obilježja, u formi zaključka i na osnovu ovlaštenja iz Zakona o VSTV-u, podsjetilo na važeće zakonske obaveze i skrenulo pažnju rukovodiocima pravosudnih institucija da je zabranjeno nošenje vjerskih obilježja svim uposlenicima pravosudnih institucija. Vjerska obilježja imaju snagu simbola i u sudskim procesima imaju sugestivni učinak na stranke u sporu. Njihovu simboličnu vrijednost određuje isključivo publika, posmatrač, stranka, a ne značenje koje ima za osobu koja nosi vjersko obilježje. Zbog toga se u sekularnoj državi, koja sudi prema ljudskim zakonima i u ime naroda, mora spriječiti svaki pokušaj da se direktno ili indirektno, nošenjem odjeće, upadljivog nakita i značaka, fotografija isl. sugerira da je i vjerski svjetonazor mjerodavan za odlučivanje i primjenu zakona.

VSTV je, dakle, da ponovim, ukazalo na postojeće propise. Oni zabranjuju sudijama i službenicima ispoljavanje bilo kakve vjerske, političke ili nacionalne pripadnosti za vrijeme obavljanja službene dužnosti i određuju da se oznake vjerske, političke, nacionalne ili druge pripadnosti ne smiju isticati na sudskoj zgradi ili prostoriji suda. To je važeće zakonsko rješenje i ono je u funkciji očuvanju sudske neutralnosti, sudskog mira i pravednog suđenja, a zakoni predviđaju da su stranke i treća lica izuzeta od ove zabrane. Takvoj odluci se ne može staviti nikakav prigovor u pogledu uposlenika u pravosuđu budući da je država obavezna da osigura, iznad svega na simboličkoj ravni, prostor u kojem će se neutralno suditi. Takav propis stavlja sudove u funkciju vjerske harmonije, tolerancije i autoriteta vjerski neutralnog sudovanja. To podrazumijeva neutralnost i u pogledu na vjersko opredjeljenje osoblja i stranaka pred sudom. Međutim, VSTV je proširio primjenu ove zabrane na tužilaštva i na stranke i jedino se u tom proširenom zahtjevu mogu pronaći mjesta za kritiku.

U cjelini uzevši kritika je uslijedila kao frontalni napad na VSTV. Čak i kad bi se zakonskim propisima koji zabranjuju isticanje vjerskih obilježja u sudovima htio staviti bilo kakav prigovor, ne smije se prigovarati VSTV-u zbog toga što skreće pažnju na te zakone i insistira na njihovoj primjeni. Glavna teza napada je, da VSTV svojim zaključkom krši ljudsko pravo na vjeroispovijest žena koje nose maramu kao izraz vlastite vjere, ponavljano je da zaključak krši jedno ili više ljudskih prava. Osnovno, ljudsko pravo na slobodno ispoljavanje vjere nije neograničeno, i svaka država ga, kao što je to ovdje slučaj, može ograničiti vlastitim zakonima. Evropski sud za ljudska prava stalno naglašava da se u vjerski pluralnim društvima može opravdati potreba da se ograniči sloboda vjerovanja ili uvjerenja kako bi se pomirili interesi različitih grupa i osiguralo poštovanje svake osobe. Sve i kad bi se iz kulturno-hisotrijskog konteksta privilegirala jedna vjerska grupa, to mora ostati izuzetak, a taj izuzetak mora biti potvrđen iz aspekta državne neutralnosti koju zahtijeva Konvencija. Prema tome, vrlo je jednostavno opravdati zakonska ograničenja slobode vjerovanja na koja je upozorilo VSTV. Jer, uloga države u BiH može biti samo uloga orgaizatora prakticiranja religija koja doprinosi javnom redu, vjerskoj harmoniji i demokratskom društvu, a uloga njenih sudova da osigura vjerski neutralno suđenje koje, do toga mi je stalo i to naglašavam, na simboličkoj ravni svakom čovjeku garantira status osobe kao takve. Konačno, ne smije se zaboraviti da osnovno pravo na slobodu vjerovanja jamči i slobodu da se ne vjeruje i da se pojedincu zagarantira javna sfera u kojoj neće biti izloženi utjecaju vjerskih svjetonazora, a to konkretno znači vjerskih simbola.

Nadam se da sam ovim otklonio svaku sumnju u opravdano ograničavanje  slobode vjerovanja i u zakonitost zaključka VSTV-a, a ništa drugo ne vrijedi ni za navodnu diskriminaciju kojoj su izložene muslimanke u pravosuđu. Istina, niko od kritičara nije tačno obznanio u čemu se ona  konkretno ogleda, ali je sigurno da se istim razlozima može opravdati  diskriminiranje u pogedu zakonske zabrane ispoljavanja vjere nošenjem vjerskih obilježja sa simboličnim značenjima.

A sada o pravno problematičnom dijelu zaključka kojim je zabrana proširena na tužilaštva i na stranke u sporu. Za tužilaštva nedostaje izričit zakonski propis, no može se u slučaju spora analogno primijeniti propis koji važi za sudove budući da se radi o državnim tijelima koja učestvuju u sudskom postupku na strani države. VSTV nije imao zakonsko uporište da zaključkom obaveže stranke na odustanak od vjerskih obilježja. No, ono to nije ni učinilo, nego je preporučilo da nosioci pravosuđa u svakom konkretnom slučaju pažljivo procijene situaciju i donesu odluku uzimajući u obzir i prava učesnika suđenja i potrebu neutralnog i objektivnog sudovanja. VSTV ovim zaključkom, prema tome, ne isključuje mogućnost da stranke u postupku nose vjerska obilježja, ali ostavlja mogućnost da se s obzirom na konkretne okolnosti pojedinačnog slučaja reaguje na neodmjereno ili nesrazmjerno isticanje vjerskih obilježja koje bi vodilo ometanju i neurednom vođenju postupka. Takvom pristupu se zaista ne može ništa prigovoriti i mišljenja sam da je u ovom dijelu zaključak ostavio dovoljno prostora za uspostavljanje uslova u kojima se može dovest u ravnotežu zahtjev da sudovi neometano i vjerski neutralno sude u sekularnoj državi sa zahtjevom da se pojedincu maksimalno osigura sloboda na vjerovanje i ispoljavanje vlastitih vjerskih ubjeđenja. Prema tome, VSTV nije uspostavilo nikakvu zabranu niti je zaključkom direktno prekršilo neko ljudsko pravo. Ono je osiguralo uravnotežen mehanizam pomoću kojeg će se se vjerski motivirano ometanje postupka potisnuti pred zahtjevom urednog i neutralnog suđenja.

Sve u svemu mislim da je odluka VSTV pravno utemeljena, da u ovoj formi ne ugrožava osnovna prava vjernika i da izlazi u susret potrebi da se sudovi poštede vjerskog utjecaja. Prva i zadnja linija odbrane sekularne države jeste odbrana prostorija sudova i sudskog osoblja pred institucionaliziranjem vjerskog svjetonazora u sudovima. To su neuralgične tačke na kojima pravosuđe i praktična politika polažu ispit iz vjerske neutralnosti. Pri tom se mora vratiti u fokus činjenica da se zaključak VSTV-a odnosi na sve zamislive forme eksponiranja vjerskih obilježja kao religijskih simbola, nikako na jedan njen tip, naima na maramu muslimanki. Zatim, na činjenicu da sloboda vjerovanja jamči i slobodu nevjerovanja, da zaključak ima uporište u entiteskim zakonima i da ne predstavlja nikakvu zabranu ili naredbu koja se odnosi na stranke. U tome leži njegov stvarni značaj i ja ga mogu samo podržati kao prvi korak u zaštiti jedne važne državne sfere pred sveopćim diktatom religija, vjernika i vjerskih zajednica. Stvarna prijetnja nije zabrana isticanja vjerskih obilježja u sudnicama, nego stavljanje sudova pod kontrolu vjerskih svjetonazora. Sve započinje sa simbolima jer oni su jedini univerzalni jezik koji se razumijeva bez prevodioca.”

O  odnosu sekularne države i vjerskih simbola  Edin Šarčević kaže: “Sekularna država nije uobličena kao jedan opšteprihvaćeni standard nego se konkretni elementi razdvajanja crkve i države artikuliraju prema historijskim iskustvima i konkrentim odnosima snaga koje su utjecale na svako rješenje. Tipični su model stroge odvojenosti, bez organskih i funkcionalnih veza između vjerske zajednice i države u kojem država podržava laičke i vjerski neutralne zadatke, npr. Francuska, Slovenija, Portugal, Turska, Holandija ili SAD i model kooperativne odvojenosti u kojem, država i crkva sarađuju u određenim područjima, npr. Njemačka, Belgija, Španija ili Austrija.

Isto je sa prihvatljivošću vjerskih simbola na javnim mjestima i u državnim institucijama. Zavisi od tipa sekularnosti i nema jedinstvenog standarda. U Francuskoj je zabranjeno državnim namještenicima da nose obilježja koja simboliziraju vjersku pripadnost, učenici sa upadljivim vjerskim simbolima, npr. maramom, kipom ili turbanom, isključuju se iz državnih škola, u Njemačkoj je polovina saveznih zemalja zakonski zabranilo nastavnicima da nose vidljiva obilježja vjerske pripadnosti. Debata koja se ovim povodom vodila, zajedno sa komentarima zakona, pokazuje da je primarni cilj ovih zabrana usmjeren na muslimansku maramu – Kopftuch. Savezni ustavni sud je prošle godine utvrdio da država nastavnicama ne smije paušalno ili preventivno zabranjivati nošenje marama, nego samo u slučaju da su konkretno i dokazano ugrožen mir u školi i državna neutralnost. U Francuskoj je zakonima zabranjeno pokrivanje ženskog lica u javnosti, slično je i u Belgiji i tako dalje.

U bosanskohercegovačkoj sekularnosti protežu se elementi kooperativizma i vjerski simboli su prisutni kao najsigurnije markacije teritorija. Državni organi su u tome vidljivi ili prećutni saradnici. Simboli bilježe dominacije i nadmoć većinske vjerske zajednice. Ja zagovaram da se optimalan omjer vjerskih simbola u javnom prostoru sekularne države utvrđuje na osnovu uloge religije u predratnom, ratnom i poslijeratnom periodu. Mislim da bi upotrebom tog kriterija u BiH vjerske zajednice morale biti istisnute iz javnog prostora i da bi svojevrsna dekontaminacija državnih ustanova, strožijim sekularnim pozicioniranjem države, bila višestruko korisna, kako za vjerske zajednice, tako i za državu. Konačno ne smijemo zaboraviti da je ratna i poratna ekspanzija vjernika u izvjesnom smislu potvrdila da su tri tradicionalne vjerske zajednice u cjelini preuzele komandu nad socijanim procesima. One su doboko uvučene u državne institucije i tamo im je osigurano autonomno područje djelovanja. Nije slučajno da se u npr. u jednoj Banjaluci ne mogu obnoviti nacionalni spomenici izvan pravoslavne baštine i da propadaju odobrena sredstva, dok se spomenici pravoslavne provenijencije obnavljaju bez ikakvih problema. Insistiranje na pravoslavlju kao nosećem stupu Republike Srpske, unatoč odlukama Ustavnog suda koje to zabranjuju je, opet, najočiglednija ilustracija institucionalnog i vaninstitucionalnog utjecaja vjere na državne institucije i na održavanje konstelacija koje su nastale ratnim zločinima i kršenjem međunarodnog humanitarnog prava. Ovdje spominjem samo najočiglednije kako bih istakao da su vjerski svjetonazori dominantnih vjera duboko u državnim strukturama, u mentalitetima namještenika, u radnoj psihologiji funkcionera, članova njihovih kabineta i slično. Treba se podsjetiti pravoslavne crkve izgrađene u Orlovića dvorištu i njene odbrane pred svim institucijama RS-a, i shvatiće se o čemu je riječ. Ona nije samo pitanje upravnog i sudskog održavanja očiglednog bezakonja koje institucije RS-a stavlja u službu zaštite vjerskog nasilja, nego ima i simboličku vrijednost. Na nju treba misliti ovim povodom i zbog specifično ratnohuškačkog, financijskoprofiterskog i, zašto ne reći, zločinačko-inspiracijskog potencijala vjerskih zajednica. Državne institucije, iznad svega sudove, treba zaštititi što radikalnijim rješenjima i spriječiti da sudske prostorije postanu platforma na kojoj će konkurirati vjerski simboli, a sud postati izlog vjerovanja njenih namještenika, a time i simbol produžene ruke dominantne vjerske zajednice.”

Sarcevic: tacno.net

Der zwanzigste Jahrestag des Friedensabkommens von Dayton

Der zwanzigste Jahrestag des Friedensabkommens von Dayton hat den öffentlichen Fokus auf die politischen Gelegenheitsreden, die Symposien und Konferenzen, Runden Tische und Workshops von den NGOs gelenkt. Gemeinsam ist ihnen die Erinnerung an die Friedenssicherungsfunktion des Abkommens, die Bedingungen seiner Unterzeichnung und die Unterzeichner. Politische Versammlungen haben Optimismus verbreitet und neue Reformen angekündigt, die den Staat mit neuen Schulden in einen stabilen Zustand der Demokratie führen sollten. Der Staat sollte, kurz gesagt, in einem unbestimmten Zeitpunkt der fernen Zukunft mit der EU kompatibel werden. Die Fachtagungen verausgabten sich mit Beschreibungen der allgemeinen Schwächen des Dayton-Modells, sowohl im rechtlichen als auch im wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Sinn und betonten die Notwendigkeit, das gesamte Modell zu reformieren. Ein Sonderweg zeigt sich in der serbisch-serbischen-Betrachtung, die unter den „Botschaften an die Welt“ nach „zwei Jahrzehnten des Friedens“ Ideologien über die Wiederherstellung des ursprünglichen Daytons versteht. Damit sollen die staatlichen Zuständigkeiten aus dem Geltungsbereich des Art. III/5 der Verfassung von BuH suspendiert werden. Der NGO-Sektor hat vor allem die abgenutzten Positionen der bosnisch-herzegowinischen Ethno-Demokratie recycelt.

Was von alledem geblieben ist: Das gleiche System mit einer Herrschaft im Namen des Volkes, die die Armut multipliziert und die politischen Spannungen am Rande des Chaos und Krieges aufrecht erhält. Ergänzt wird es durch den Optimismus des Hohen Repräsentanten, der Diplomaten und EU-Vertreter, einem Optimismus der außerhalb der Grenzen des schwarzen Humors die Urteilskraft jedes Menschen unterschätzt. Dieses System rechnet mit einer Demokratie ohne Demos und einer Herrschaft im Namen des Ethnos. Miroslav Lajčak hat es beispielsweise in weniger als drei Jahren seines Mandats geschafft, alle positiven Reformen seiner Vorgänger zu blockieren und die Polizeireform zu zerstören. Obwohl er das „serbische Interesse“ als Maßstab für die Blockade der Annährung von BuH an die EU-Integrationen hergestellt hat, teilte er mit, dass es „keine Alternative zur EU-Mitgliedschaft von BuH gibt“ und dass jedes Abkommen in Form von „zwei gegen einen nicht gut ist“! BuH ist in Aufführungen dieser Art ein Ethno-Staat, der sich definitiv von der bürgerlichen Gesellschaft verabschiedet hat. Die gewissen institutionellen Verbindungen zwischen bosnisch-herzegowinischen Institutionen und der Zivilgesellschaft sind nur noch in Reaktionen des NGO-Sektors erhalten geblieben. Und dieser ist zu einem besonderen Wirtschaftszweig mutiert, der in der Produktion von Sitzungen, Beratungen, Monitoring und Workshops nur teilweise sichtbar ist. Dahinter steht ein entwickeltes Finanzierungssystem, das zu einem wesentlichen Teil ermöglicht, das Provisorium, von dem man lebt, aufrecht zu erhalten.

Die Bindung der Interessen der politischen Klasse zum bestehenden Verfassungsmodell ist zu stark. Der Reformprozess, den die EU als eine Korrektur innerhalb des Systems des ruinierten Landes entwickelt hat, beruht auf der Freiwilligkeit der politischen Klasse, die von BuH eine gespaltene Gesellschaft und ein perspektivloses Land gemacht hat. Die Reformagenda und das Brüsseler-Protokoll dokumentieren die Bereitschaft, aus Angst vor dem Scheitern in den „Reformprozessen auf dem Weg zur EU“, der politischen Klasse Gesetzesänderungen zu ermöglichen, die das bestehende Modell stärken und Änderungen verhindern, die den Durchbruch neuer Politik gewährleisten würden. Es zeichnet sich ab, würde ich schließlich prognostizieren, ein neues Scheitern der internationalen Gemeinschaft und der Reformen, die das staatsrechtliche System nicht reformieren werden. Zwanzig Jahre Dayton sind zwanzig Jahre Reformen ohne wesentliche Reformen des Verfassungssystems.

http://www.fcjp.ba/de/index.php/23306/nummer-22

Der strukturierte Dialog über die Reform des Justizwesens in Bosnien

Ein großes Thema der bosnisch-herzegowinischen Reform des Gerichtswesens ist der strukturierte Dialog über die Justizreform. Diese Art von nicht-institutioneller Arbeit wurde als eine politische Reaktion der Europäischen Union auf die Ankündigung eines Referendums in der Republika Srpska (RS) eingeleitet. Vorangegangen ist ihr die Übernahme „der technischen Informationen, die die Europäischen Kommission fordert“, und die Aktivitäten wurden nach Juni 2011 in einem schriftlichen Dokument festgehalten, das auf 272 Textseiten die mehrheitlich relevanten Bereiche bestimmt. Der Dialog sollte über die Organisationsstruktur des Justizsystems, die verschiedenen Aspekte der Sicherstellung eines unabhängigen Verfahrens, die Erhöhung der gerichtlichen Effizienz, die justizielle Zusammenarbeit und ausgewählte Aspekte der Natur des Strafvollzugs (Untersuchungshaft und Strafhaft) geführt werden. Die Nachrichten der Europäischen Kommission für eine Erweiterung waren eindeutig: Das Ziel ist die Schaffung eines professionellen, unabhängigen und effizienten Justizwesens

Was fällt in die Bilanz des strukturierten Dialoges nach sechs Sitzungen (die letzte in Banja Luka, 11.-12. November 2013)? Zunächst, die Implementierung der Tagesordnung aus November 2011 folgt nicht den ursprünglichen Themen des strukturierten Dialogs und kommt den Forderungen (eines de facto Ein-Parteien-Regimes) der Republika Srpska entgegen. Dann wird eine Plenarsitzungen-Methode aufrechterhalten, obwohl in Brüssel thematische Sitzungen vereinbart wurden. Die Gespräche über das Justizwesen sind zu Ritualen politischer Lösungsversuche zwischen der EU und den Politikern der RS geworden, und mit jeder weiteren Sitzung entfernen sie sich von den technischen und beruflichen Standards. Schließlich wurden die Sitzungen außerhalb der Öffentlichkeit vorbereitet und abgehalten, so dass eines der Ziele des Strukturdialogs – Bürger als Nutzer und Beteiligung des NGO-Sektors – vollkommen ausgespielt wurde. Bis zur letzten Sitzung in Banja Luka sind praktisch nur Fragen der Reform des Gerichtshofes von BiH und das Problem der Kriegsverbrechenverfahren in konstantem Fokus übrig geblieben. Beide Themen sind ein Schwachpunkt der politischen Klasse in den Entitäten, weil die Kontrolle der Verfahren und Beeinflussung der Entscheidungen dieses Gerichts außerhalb ihrer Reichweite geblieben ist. Fügt man dem noch hinzu, dass die letzte Sitzung das Urteil des EGMR (Maktouf/Damjanović) als Schwerpunkt hatte, bekommt man ein Bild des „Dialogs“, das auf der einen Seite eine Vielzahl an allgemeinen Proklamationen mit sich bringt, und auf der anderen Seite den Gegenstand der Diskussion auf Themen reduziert, die einer politischen Klasse zuträglich sind, vor allem aus der RS. Die Methode der Erpressung ist eine klassische Form des politischen Handelns der „serbischen Parteien“ und wurde bereits in der ersten Sitzung (Banja Luka, Juni 2011) angenommen und in der zweiten (Mostar, Juli 2012) als gültiger Teil des Verhandlungsverfahrens im Rahmen des strukturierten Dialogs bestätigt. In beiden Fällen verließ die Delegation der RS die Sitzung und kam nicht zurück, bis ihr das eine Mal die Abschaffung des Art. 7 des Gesetzes über den Gerichtshof von BiH und ein anderes Mal die Zuteilung deutlich höherer Mittel aus dem IPA-Fond für die Verfolgung von Kriegsverbrechen garantiert wurden.

Der strukturierte Dialog über die Reform des Justizwesens ist zu einer strukturierten Politik für die Zerstörung des bestehenden Modells der Gerichtsbarkeit geworden. Seit der ersten Ankündigung über die Stärkung der Justizinstitutionen im Hinblick auf finanzielle und politische Unabhängigkeit, Fachkompetenz, Unparteilichkeit und Professionalität ist eine leise Zersetzung der erreichten Ebene der institutionellen Autonomie der Gerichte übrig geblieben. So, als ob es ein grundlegendes Ziel wäre, die Kompetenzen des Gerichtshofes von BiH und der Staatsanwaltschaft zu schmälern.

Die Vertreter der EU haben sich beim strukturierten Dialog als inkompetente Mediatoren positioniert, die den Fokus der zentralen Probleme des bosnisch-herzegowinischen Gerichtswesens komplett verloren haben. Sie haben es zugelassen, dass fachliche Fragen wie politische Projekte erörtert werden, die außerhalb des öffentlichen Rechts oder allgemeiner rechtlicher Standards stehen. Die Vorbereitung jeder Sitzung und ihre Arbeit stehen außerhalb des Bereichs der Öffentlichkeit, gelegentlich werden relevante Informationen verborgen. Die Ergebnisse werden in den Formulierungen der EU als eine Reihe von Phrasen definiert, die weder angegriffen noch verteidigt werden können noch den Gegenstand angeben, um den es geht. Die zentralen Fragen sind in einem weiten Bogen umgangen worden: die Schaffung eines einheitlichen Rechtssystems und das Bearbeiten eines Modells der Normenhierarchie, die Einrichtung eines Obersten Gerichthofes, die Gewährleistung eines Systems für die Auswahl von ausgebildeten und kompetenten Richtern und Staatsanwälten, oder ein neues System der Finanzierung der Justiz als Ganzes. Der strukturierte Dialog ist heute ein teures Experiment, das mit einer unvorhersehbaren Dynamik fortgesetzt wird. Eine fachliche Reaktion darauf ist unerlässlich.

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